Chronik

Gründung
Am 26. Juni 1921 trafen sich etwa 50 Sportler, vorwiegend aus der Turngemeinde Worms und der Alemania Worms, um den „Ersten Wormser Schwimmclub von 1921“ zu gründen. Bereits bei der Gründungsversammlung einigte man sich auf eine schwarze Badehose mit rotem Spiegel, darauf der goldene Schlüssel zum Stern. Damit lagen die Clubfarben schwarz/rot fest.
Zunächst wurde die Rheinbadeanstalt Fürst als Trainingsstätte benutzt, immer öfter jedoch war man aber gezwungen, in den Floßhafen abzuwandern, um im stehenden Wasser die notwendigen Voraussetzungen zu finden.

Aufbauarbeit
Bereits am 6. August 1922 wurde in eigener Regie im Floßhafen ein gauoffenes Wettschwimmen durchgeführt und das Jahr mit 31 Siegen und Plätzen abgeschlossen. Schon bald wurde eine Damenmannschaft gegründet, die dem Verein weiteren Aufschwung gab. Die Nibelungenstadt Worms hatte einen neuen Wettkampfsport in ihren alten Mauern.
Im Jahre 1924 wurde ein verbandsoffenes Schwimmfest im Floßhafen veranstaltet und der Verein erreichte in diesem Jahr die vielversprechende sportliche Ausbeute von 56 Siegen und Plätzen. Aus den besuchten Veranstaltungen ragt besonders das „Internationale“ in Trier heraus. Dort holte die 4x50m Bruststaffel der Herren erstmals den ausgesetzten Wanderpokal nach Worms.
Der Name des Clubs wurde nunmehr um die Bezeichnung „Poseidon“ erweitert.

1. clubeigene Anlage
Nach Überwindung vieler Schwierigkeiten wurde 1926 auf der Floßhafenzunge ein Platz von der Stadt gepachtet und auf diesem Gelände ein Umkleidetrakt errichtet. Eine 50x20m große Schwimmbahn wurde im gleichen Jahr in Betrieb genommen.
Eine Jugendwasserballmannschaft absolvierte ihr ersten Spiele, auf den Deutschen Meisterschaften in Düsseldorf wurde die 4x100m Herren-Bruststaffel Zweiter und bei einem verbandsoffenen Schwimmfest im Poseidonbad holte sich die Seniorenbruststaffel den Wanderpokal der Stadt Worms.

Sportlicher Aufschwung
Auf den Deutschen Meisterschaften 1935 gelang erstmals der große Wurf, als die 4x100m Freistilstaffel der Herren die erste Deutsche Meisterschaft für Vereine ohne Winterbad (VoW) nach Worms brachte. Die Damen des Clubs standen dem nicht nach und holten sich über 3x200m Brust den gleichen Titel.
Die Kette der Erfolge sollte nun so schnell nicht mehr abreißen. Die Serie der Deutschen Meisterschaften VoW setzte sich bis in die Kriegsjahre fort.

Kriegsjahre
Durch die zum Waffendienst einberufenen Schwimmer traten naturgemäß die Damen mehr in den Vordergrund.
Bis zum Jahre 1945 konnte der Club nicht weniger als 12 Deutsche Meisterschaften VoW in Staffelwettbewerben erringen.
Nach dem Krieg wurde das Vereinsgelände beschlagnahmt und die generelle Auflösung von Sportvereinen schien für immer das Ende des 1. WSC Poseidon zu sein.

Wiederbeginn
Im Jahr 1948 konnte erstmals wieder eine Mitgliederversammlung durchgeführt werden und das Bad am Wormser Floßhafen wurde an den Verein zurückgegeben.
Bereits 1949 konnten 11 Titel bei den rheinhessischen Landesmeisterschaften errungen werden.
Die Zahl der Mitglieder stieg sprunghaft, und bald war die Grenze von 500 Mitgliedern wieder überschritten. 1950 beteiligte sich der Club erstmals am Backfischfest und dem Fischerstechen.

Bau eines Clubheims
1952 ging man an die Planung eines Clubheims, und nach vielen Entwürfen und finanziellen Kalkulationen wurden letzten Endes frühere RAD-Unterkünfte aufgekauft.
Die sportliche Entwicklung ging ständig aufwärts, und bereits im Jahre 1953 konnte wieder eine Deutsche Meisterschaft besucht werden. Auf Anhieb wurden die Damen der 4x100m Bruststaffel Deutscher Meister.
Diese Erfolgsserie setzte sich in den kommenden Jahren fort, und der Club war ständig mit beachtlichen Erfolgen auf Deutschen Meisterschaften und Süddeutschen Meisterschaften vertreten.

Auslandsstarts
1955 wurde die erste große Auslandsfahrt durchgeführt. Mit 42 Jugendlichen ging die 16-tägige Reise nach Final Ligure an der italienischen Riviera. Dabei wurden Schwimm- und Wasserballwettkämpfe in Turin und Arona mit dortigen Mannschaften bestritten.
Ein Jahr später folgte eine Fahrt nach Nizza und wiederum nach Final Ligure. Dabei kam es zu spannenden Wettkämpfen in Grenoble, Gap, Nizza und Mentone.
Ein herausragendes Jahr blieb das Jahr 1964 mit zahlreichen Starts der Poseidon-Schwimmer gegen ausländische Mannschaften. So war eine Auswahlmannschaft des Departement Nizza gleich zweimal in Worms, und die Schwimmer des Poseidon starteten in Saint Amour, Gap, Nizza und Mentone (Frankreich) sowie in Neuchatel (Schweiz).
Die letzte große Fahrt führte 1967 die Schwimmer nach Vichy (Frankreich) und San Feliou (Spanien).

Neubauten im Floßhafen
Da die clubeigene Anlage am Floßhafen jahrzehntelangem Verschleiß unterlag, wurde 1972, abgesehen vom Clubheim, eine komplette Neuerstellung beschlossen.
Der Verein zählte beim 50-jährigen Bestehen 1200 Mitglieder.

70er- und 80er-Jahre
1973 wurde die Vereinszeitschrift „Wasserratte“ gegründet und sie gehört noch heute zum festen Inventar des Vereinsgeschehens.
Große Schwierigkeiten bereitete die Stadt Worms 1974 den Wormser Schwimmern dadurch, dass das Ordnungsamt das Schwimmen im Floßhafen verbot. Deshalb sah man sich im Poseidonlager nach Alternativen um. Nach zähen Verhandlungen genehmigte der Stadtvorstand zunächst ein Clubgelände im Heyl`schen Werksbad Liebenau. 1977 fand dann ein Standortwechsel in die Alzeyer Straße (die heutige Carl-Villinger-Straße) statt. 1979 stand der Rohbau des Bades.
Im Wasserball erreichten die erste und zweite Mannschaft in den 70er- und 80er-Jahren Erfolge wie Südwest-Saar-Meisterschaften, Aufstiege in die Regionalliga und Oberliga, sowie Meisterschaften in der Jugend.
Bei den Schwimmern konnten zahlreiche Südwest-Rekorde, Rheinland-Pfalz Meisterschaften und auch Deutsche Meisterschaften erschwommen werden.
Die 80er Jahre begannen sehr erfolgreich: Der Badbau in der Carl-Villinger-Straße wurde fertiggestellt. Am 6. Juni 1982 wurde das vereinseigene Freibad mit Gaststätte und Kegelbahn um 10:30 Uhr offiziell eröffnet.
1987 gesellte sich eine neue Sportart zum Verein: Die Triathlonabteilung wurde gegründet, welche sehr bald schon mit Erfolgen auf sich aufmerksam machte.